Sion im Alter von 6 Monaten

Text von Tamara im November 2014

 

Über Sion als Junghund gibt es unglaublich viel zu erzählen, sodass ich gar nicht recht weiß, wo ich anfangen soll :D

 

Wenn ich eines aus der Zeit mit Sion gelernt habe, dann dass ich für jeden Spaziergang mindestens 5 Minuten mehr einrechnen sollte, denn ausnahmslos jeder stellt mir viele Fragen über den kleinen Mann und wundert sich über die auffällige, hübsche Fellfarbe. Natürlich hört man im Gespräch mit Passanten immer dieselben Kommentare „Ist das ein Husky-Mischling?“ „Was für einen hübschen Mischling hast du denn mit?“ „Oh, ein Australian Shepherd, der braucht aber wahnsinnig viel Bewegung, das sind schwierige Hunde“, und wenn der Hund brav ‚Sitz‘ macht oder Fuß geht, dann hört man „Eh klar, Aussies sind unheimlich intelligente Tiere, so wie Border Collies“ – eh klar, vorher ist jeder Aussie ein schwieriger Hund, und jetzt wo er brav ist, ist es selbstverständlich ;-). Man lernt schnell, dass es die beste Lösung ist auf Durchzug zu schalten… Andererseits freut man sich dann doch, wenn Freunde einem sagen, dass der Hund perfekt zu mir passt und Bekannte erwähnen, dass Sion der hübscheste Hund sei, den sie je gesehen haben.

 

Wenn man Sion mit einem Satz beschreiben müsste, dann würde ich sagen, dass es unsere Trainerin auf den Punkt getroffen hat: "Er ist eigenartig, irgendwie anders als andere Hunde - aber genau das macht ihn ja so liebenswert". Sion hat sich prächtig entwickelt in dieser kurzen Zeit und alle Herzen im Sturm erobert. Er erweist sich als großer Menschenkenner, denn er sucht sich die Menschen, die ihn streicheln dürfen, ganz genau aus und hat damit noch nie jemanden gewählt, der keine Hunde mag :D. Seine Lieblingsbeschäftigungen bisher sind mantrailen, im Stall bei den Pferden mit dabei sein und generell überall mit dabei sein wo ich auch bin. Langeweile und Ruhe musste Sion definitiv erst lernen, aber seiner Aufgabe als Lernunterstützer und Zehenwärmer geht er meistens brav nach. Jedoch findet er Langeweile und Ruhe bis heute noch nicht toll, da er am liebsten immer aktiv und mit dabei ist.

 

Ich möchte natürlich auch nicht verschweigen, dass er mir ab und an Rätsel aufgegeben hat und meine Kreativität gefordert hat. Zwischendurch hat sich Sion eine Treppenphobie eingebildet obwohl er von Beginn an kleine Treppen selbst gehen musste. Seine Phobie ging so weit, dass ich die Trainerin beim Trailen um Hilfe fragte, weil Sion zitternd und jaulend vor der Treppe lag. Gesagt getan, der nächste Trail führte eine kleine Treppe runter und Sion lief bis zur Treppe wunderbar. Dann sah er die Treppe, schmiss sich auf den Boden und veranstaltete ein Geschrei und Gekreische, dass man glaubte, jemand müsste sofort den Tierschutz alarmieren. Er wurde dann auf den ersten beiden Stufen gezwungen, dann lief er selbst zur versteckten Person und freute sich so, dass er zehnmal die Treppe auf und ab rannte. Heute ist es so, dass ich immer die Wohnzimmertür schließen muss, da Sion sonst bei jeder Gelegenheit auf und ab rennen möchte ;-). Daraus lernte ich, dass Sion eventuell einfach nicht weiß, dass es so viele tolle und lustige Dinge gibt, weil ihm der Mut dazu fehlt. Von da an schleppte ich Sion durch Bäche, auf Schotterhaufen, auf gelagertes Holz etc und siehe da, einmal wurde es ihm unter größter Angst gezeigt und schon fand er alles supertoll.

 

Während dem Zahnwechsel war er an einigen Tagen unglaublich unrund und rannte tagelang fiepend durch die Gegend, weil er ja sooo große Schmerzen hatte. Man hatte das Gefühl, als ob er glauben würde, dass NUR er den Zahnwechsel hat, aber naja, er ist schließlich auch nur ein Mann, deshalb trifft die alte Weisheit meiner Mutter auch auf ihn zu: „Ein Mann mit einem Schnupfen ist todkrank“ :D. Als ihn jetzt die Pubertät erwischte, hielt er die ersten Tage die ganze Familie auf Trab um ihm mit neuen und verschärften Regeln wieder klarzumachen, wo sein Platz in der Familie ist (und zwar nicht als Familienoberhaupt, welches den ganzen Tag von den anderen bespaßt werden will :D). Sein neues pubertäres Selbstbewusstsein (in Kombination mit neuen Regeln) tut ihm aber sichtlich gut, denn er ist aktiver und selbstständiger geworden, zeigt mehr Interesse an anderen Hunden, und wurde zum Entdecker und Forscher.

 

Auffällig ist auch, dass Sion und ich sehr viele Eigenschaften und Eigenheiten teilen: wir sind beide vorerst eher reserviert gegenüber neuen Menschen, wir müssen nicht mit jedem befreundet sein, sind beide vorsichtig und keine Draufgänger, haben Angst vorm Blutabnehmen :D, werden zur Diva wenn uns Schlafmangel oder Hunger plagt, wir kuscheln gerne, sind beide sehr gerne in der Natur unterwegs und meiden große Menschenmengen, wir sind generell eher ruhig und zurückhaltend, können aber auch mächtig aufdrehen und haben auch eine dominante und kontrollierende Seite.

 

Natürlich gab es Momente, in denen mir bewusst war, dass ich es ohne Hund wesentlich ruhiger hätte, aber um nichts in der Welt würde ich mir ein Leben ohne Sion zurückwünschen. Was wäre denn ein Morgen, an dem man nicht von einem feuchten, kühlen Nasenstups geweckt wird? Sogar mein Freund hat schon eingesehen, dass der kleine schwarz-grau-weiße Lauser mein Herz erobert hat und jetzt mein neuer Schatz ist. Er meinte dazu jedoch nur, dass es ok ist solange ihm nur der Hund Konkurrenz macht… Kein Wunder, dass ich und viele Freunde und Bekannte finden, dass es der perfekte Hund für mich ist!

 

Ich freue mich schon auf eine hoffentlich lange gemeinsame Zeit mit Sion, auf dass uns niemals langweilig wird :D

 

SION's Entwicklung

Text von Tamara im August 2014

 

Sion wohnt jetzt seit einer Woche bei mir auf dem Land in Saalfelden. Bei dem Besuch der Welpen war er eher zurückhaltend und man hatte den Eindruck, dass er bei den lebhaften Mädels Sookie und Sola unter dem Teppich war. Ich entschied mich dann für den ruhigen, zurückhaltenden Sion, in der Hoffnung, dass er als Einzelhund aufleben würde und dann letztlich ein souveräner, netter Familien- und Reitbegleithund werden würde.

 

Am ersten Wochenende war er nur bei mir zutraulich und verspielt, während er auf den Rest der Familie noch verhalten reagierte. Das legte sich aber schon nach den ersten Tagen im neuen Zuhause. Jetzt ist er ein verspielter, lustiger junger Hund, der an meiner Seite in kleinen Schritten die Welt entdeckt. Bei einem Spaziergang gemeinsam mit seinem neuen Freund Cooper (Mischlingsrüde) lernte er einen Bach kennen und nachdem meine Freundin Angi und ich uns eine Viertelstunde lang bemühten den Kleinen zumindest mit den Zehen ins Wasser zu bekommen, gaben wir es auf. In dem Moment als wir unseren Spaziergang fortsetzten, lief Sion wie selbstverständlich schnurstracks durch den kleinen Bach. Mit anderen Hunden ist er noch nicht wirklich warm geworden, aber ich denke, dies wird sich mit der Zeit legen. Auch sein Freund Cooper respektiert es, dass Sion momentan noch nicht für wilde Spiele zu begeistern ist und meist in seinem Windschatten die Welt erkundet.

 

Für kurze Zeit neigte Sion auch dazu, es als seine Aufgabe zu sehen, die ganze Familie zum Hauptabendprogramm im Fernsehen auf die Wohnzimmercouch zusammen zu "treiben", was ich natürlich sofort unterbunden habe. Auch für die Pferde zeigt er Interesse, jedoch momentan nur dann, wenn das Pferd von ihm weggeht. Sion begleitete mich vom ersten Tag an bei meinem täglichen Besuch im Stall und jetzt schläft er meist schon neben mir während ich mein Pferd für den Ausritt vorbereite.

 

Aus dem kleinen, zurückhaltenden Rüden wurde ein verspielter, aufgeweckter und lustiger kleiner Kerl, vorausgesetzt er ist in unserem Haus oder Garten. Auch außerhalb wird er jeden Tag wagemutiger: er erklimmt Baumstämme, Schotterhaufen und geht durch Bäche, begrüßt fremde Menschen mit freundlicher und ruhiger Manier, und galoppiert beim Spaziergang bereits voller Freude hinter mir her. Bereits nach einer Woche kann ich also sagen, dass ich mit der Entscheidung für Sion sicherlich eine gute traf, denn ich habe jetzt meinen charmant-drolligen Nicht-Draufgänger, der fast immer für eine Kuscheleinheit zu haben ist.

 

 

SION's Fotoalbum