Bode, unser liebstes Zwergkaninchen

Die Ära der Zwergkaninchen

 

Es waren einmal zwei kleine weibliche Zwergkaninchen, die zogen Ende des Jahres 2004 bei uns ein. Goliath, die in dunklem silbergrau erstrahlte, brach sich auf unerklärbare Weise im Käfig das Genick. Die zickige weiß-schwarze Daisy hatte wohl ihren Willen durchgesetzt und blieb über ein halbes Jahr allein. Um weitere Streitereien zu vermeiden, zog Bode (männlich) am 07.02.2006, dem Geburtstag meiner Mutter, bei uns ein. Ein graues, supersüßes und verschmustes Zwergkaninchen, das nichts aus der Ruhe brachte. Natürlich hatten wir komplett übersehen, wie schnell so ein kleines Karnickel geschlechtsreif werden kann: im Hasenhaus wurden Obelix und Falbala geboren und bereits zu diesem Zeitpunkt war Daisy schon wieder tragend. Bonnie und Clyde kamen auf die Welt und auf einen Schlag waren es sechs Hoppelhasen.


Falbala, die Schönste von allen

Die zickige Daisy und ihr weiß-grau gestreifter Sohn Obelix zogen nach Niederösterreich in ein Bauernhaus mit riesigem Auslauf im gesamten Innenhof. Die schwarze Bonnie übersiedelte ins Mühlviertel, wo sie kurz nach ihrer Ankunft durch einen Hund oder Fuchs ums Leben kam. Wir behielten die wunderschöne, langhaarig braune Falbala, den weißen Clyde mit grauem Piratenauge und natürlich unseren Liebling Bode. Die Männchen wurden sicherheitshalber sofort kastriert und genossen über einen längeren Zeitraum zu dritt ihr Leben. Unerwartet starb der süße Clyde an einer nicht vorhersehbaren Darmverstopfung. Um uns über den Verlust hinwegzutrösten, schenkten uns unsere damaligen Nachbarn eine weiß-schwarze Häsin, die wir wieder Bonnie (Nummer 2) tauften. Die dreiköpfige Hasenbande übersiedelte gemeinsam mit uns im September 2009 ins Innviertel, wo sie einen 40 m² großen Auslauf in unserem Stall bekamen. Eines Tages waren die beiden Weibchen tot - Falbala wurde regelrecht skalpiert, Bonnie starb aus lauter Schrecken an einem Herzinfarkt. Laut unserer Tierärztin kam ein Greifvogel in den Stall und krallte sich den Kopf von Falbala. Bonnie war diesem Stress nicht gewachsen und folgte ihr an Ort und Stelle ins Hasenparadies. Nur unser Bode war schlau genug sich hinter seinem Käfig zu verstecken und verharrte dort bis wir ihn gefunden hatten.


Hasi alias Jazz, die Ängstliche

Damit unser Senior Bode nicht alleine bleiben musste, bekam er Anfang 2011 wieder Gesellschaft von einer Häsin. Hasi - leider ist mir bislang noch kein anderer Name eingefallen - ist grau-weiß gezeichnet, hat ein blaues Auge und kümmerte sich führsorglich um unseren alternden Hoppelhasen. Leider ist und war sie uns gegenüber sehr verschlossen, schüchtern und ängstlich.

Am 26.06.2011 folgte auch Bode seinen damaligen Herzdamen Falbala und Bonnie Nr. 2, unserem süßen Clyde und Bonnie Nr.1 in den Hasenhimmel. Zu dieser Zeit weilten auch bereits Daisy und Obelix nicht mehr auf Erden (soweit wir erfahren haben, hat sich Daisy durch ihre Streitereien selbst zur Strecke gebracht). Schlussendlich ist uns nur mehr unsere Hasi geblieben, der wir kurzum eine Spielkameradin zur Seite gestellt haben. Unsere Kaninchen wurden liebend umsorgt und beschützt von unserem Onno, der sie immer wieder in ihren Käfig zurück navigierte, sollten sie sich wieder einmal durchgebuddelt haben.


Gitti, die Liebliche

Am 13. Oktober 2011 bekam unser Löwenkopfkaninchen Jazz, ehemals Hasi genannt, Gesellschaft. Eine süßes, kleines Fellknäuel in den wunderschönen Farben braun und dunkelgrau mit riesigen Öhrchen. Um vorerst Zickereien zwischen den beiden Hasenmädels zu vermeiden, ist Jazz ins Untergeschoss und Gitti ins Obergeschoss der geräumigen Kaninchenherberge gezogen. Es hat zwar einige Tage gedauert bis sich Jazz und Gitti aneinander gewöhnt haben, aber mittlerweile fühlt sich unser Neuankömmling bei uns auch richtig wohl. Über die Wintermonate 2012/2013 bekamen Jazz und Gitti unsere ehemalige Pferdebox als neue Hasenherberge de luxe mit integriertem Freilauf zur Verfügung gestellt. Doch es dauerte nicht lange, bis beide beschlossen ihr Leben in kompletter Freiheit zu genießen und aus der Box in den Schafstall zogen. Seit diesem Zeitpunkt laufen sie auf unserem Hof frei herum, graben was das Zeug hält und fressen alle meine jungen Pflänzchen an...

Mittlerweile lebt nur mehr Gitti bei uns am Hof, hat sich im und rund um den Schaf- bzw. Hühnerstall verschiedene Behausungen gebuddelt und ist immer mal wieder auf den Wiesen rund ums Haus unterwegs. Leider ist Jazz eines Tages spurlos verschwunden und wie es aussieht wird wohl mit Gitti unsere Ära der Zwergkaninchen am Steinhöglhof enden. Bis dahin genießt die ältere Dame Gitti sichtlich ihr Leben in absoluter Freiheit.

Zu Gesicht bekommt man die alteingesessene Hasendame leider immer seltener, aber für einen Schnappschuss reicht es noch allemal (Bild vom 27.10.2016).