SCARLET im Alter von 1,5 Jahren

Text von Katharina im September 2015

 

Scarlet – meine „mir-in-die Augen-Seherin“

 

Ein leicht nervöser Workaholic steckt in Scarlet. Sie ist, wenn ungebremst, immer in Bewegung. Außerhalb der Wohnung immer in Meldebereitschaft. Ihr entgeht kein fremder Geruch oder kein Geräusch. Selbst wenn sie mal liegt, dann ist sie doch sofort rufbereit und dankbar für jede Ansprache. Sie liebt die Abwechslung und beschwert sich auch mal lautstark, wenn Sie nicht überall mitdarf.

 

Überhaupt nimmt sie Nichts hin, was ihr unangenehm wäre. Etwa verschüttetes Wasser in ihrer Autoreisebox (wie es im Urlaub der Fall gewesen ist). Scarlet hat während der Fahrt so lange auf sich aufmerksam gemacht, bis das Problem von uns behoben war.

 

Wer mit Scarlet spricht bekommt einen direkten Blick in die Augen erwidert. Sie liebt nach wie vor Menschen über alles und buhlt um jede Streicheleinheit. Dabei ist sie allerdings auch ziemlich aufdringlich. Eventuelles Wegschieben (man möchte sie nicht mehr auf dem Schoß oder im Gesicht haben) wird nur mit Gegendruck beantwortet und sie bemüht sich noch viel mehr um Körpernähe.

 

Wunderbar finde ich an Scarlet, dass sie jegliche Gegenstände – fressbare und nicht-fressbare – zu mir bringt, wenn ich es verlange. Sie hat dabei nicht einmal die Idee damit zu verschwinden, obwohl sie viele Dinge von mir abgenommen bekommt. Diese Eigenschaft hat sie bereits als Welpe mitgebracht – ich habe sie lediglich gefördert. Auch kommt sie auf Ruf immer sofort und mit voller Geschwindigkeit zu mir gerannt. Sie hinterfragt prinzipiell keine Anweisungen.

 

Nur ihre Aufregung und eine gewisse Unsicherheit, in fremden Situationen, in Erwartung spannender Aktionen, mit vielen Menschen (die sie am liebsten alle umarmen würde) oder mit anderen Hunden (die sie kontrollieren oder beschwichtigen möchte), verhindert gerne mal, dass Scarlet sich an (Grund)regeln hält.

 

Sie lernt schnell und weiß genau, in welchen Situationen ich mich nicht bei ihr durchsetzen werde.

Im Lauf hat sie eine hohe Geschwindigkeit und jagt mit Vorliebe Mäuse, die nicht viel Chancen haben.

 

Scarlet ist wild, verrückt, schnell in jeder Hinsicht und dabei trotzdem sehr sensibel und liebenswert –

meine „Ka-ratta“.

 

SCARLET im Alter von 6 Monaten

Text von Katharina im Oktober 2014

 

Scarlet wird Junghund

 

Scarlet erscheint mir manchmal bereits viel älter als sie ist. Dann ist sie so klar, konzentriert und gelassen und jede ihrer Aktionen scheint überlegt und kontrolliert. Im Wechsel dazu zeigt sich ihre Jugendseite in viel frecher, verrückter Power, der Scarlet unbedingt Luft machen muss.

 

Oft wickelt sie uns um ihre Pfote und mein Kommando (ausschließlich das lass es sein") scheint sich im Nichts zu verlaufen. Sie versucht dann immer und immer wieder ihrer Idee nach zu gehen. Man könnte in dem Moment denken, sie verstünde mich nicht und sie stellt damit alle meine Hunde-Trainings-Erfahrungen auf die Probe. Ich denke, sie weiß einfach sehr genau, wann sie sich irgendwie durchwurschteln kann und wann es ernst ist (kein Wunder, dass Anny bei ihr durchgreifen musste).

 

Scarlet ist recht hektisch. Immer ist ihr ganzer Körper in schneller Bewegung, aber wenn ich mit unserem Baby auf dem Arm zu ihr gehe (sie weiß, dass mir da Respekt sehr wichtig ist), dann verlangsamt sie, bewegt sich vorsichtig und legt sich sogar hin (was sie sonst nur macht, wenn sie körperlich wirklich müde ist).

 

Am besten, finde ich, zeigt sich ihr Charakter in den Junghundestunden. Denn ich stellte fest, dass sie ein zartes Herz hat, das sie hinter ihrer Power versteckt. Anfangs fiel mir schon auf, dass sie ängstliche Welpen nie mobbte. Sie schnupperte vorsichtig und ging dann weiter ihrer Wege. Wenn größere Welpen auf sie zukamen, zeigte sie sich unterwürfig. Jetzt konnte sie in der Junghundegruppe mit den etwas älteren Junghunden nichts anfangen. Wenn ihr einer der Rüden auf die Pelle rückte rannte sie einfach weg und schüttelte sie mit ihrem rasanten Tempo ab. Als sie von einer Hündin immer wieder unfair angegangen wurde, verteidigte sie sich und hatte auch das Bedürfnis, der Hündin gänzlich Einhalt zu gebieten. Einen Spielpartner fand sie dabei nicht. Jetzt ist sie mit etwas jüngeren Hunden zusammen und spielt dort mit denen, die auch ziemlich wild spielen können, schön. Sie passt dort derzeit viel besser hin. Ich bin froh so entschieden zu haben. Denn für die Trainer und für Außenstehende ist nicht immer gleich ersichtlich, dass Scarlet zwar Power hat, wild spielen und sich auch sehr gut verteidigen kann, aber ansonsten bei Unbekannten eher zurückhaltend und zart ist.

 

Scarlet lernt alle Dinge, die zu unserem Alltag gehören. Vor allem Warten" (an einem Platz stehen bleiben) und neben dem Kinderwagen her zu laufen. Ich hatte zuvor noch keinen Hund, der das auch mit 5 Monaten schon beherrschte. Eine besondere Herausforderung ist das Warten", wenn ich mit der anderen Hündin vor Scarlets Nase spiele und trainiere. Aber auch das kann sie.

 

Für Futter würde Scarlet fast alles tun. Sie ist sehr verfressen (macht aber zum Glück bis jetzt Halt vor Nicht-Fressbarem wie z. B. Plastik oder Spielzeug) und lässt sich damit für Übungen belohnen. Aber auch das Spielen mit Spielzeug erhält jetzt Belohnungscharakter. Im Garten trainieren wir ein paar Vorübungen für Agility und alles, was für eine Begleithundeprüfung notwendig ist. Obwohl ich da wenig und unregelmäßig etwas mache, braucht Scarlet für das Verstehen nur wenige Wiederholungen. Das war von Anfang an so. Ich muss mich sehr bremsen nicht zu schnell voran zu gehen und mir immer wieder vor Augen führen, wie jung sie noch ist. Im Training ist das sonst schnell vergessen. Es macht mir riesigen Spaß mit ihr zu arbeiten.

 

Scarlet entwickelt jetzt immer mehr Jagdtrieb. Vögel und Mäuse stehen ganz oben auf ihrer Beute-Liste. Aber sie wollte jetzt im Wald auch schon mal in die Seite abdriften um einem verlockenden Geruch nach zu gehen. Da sie sich aber derzeit immer noch gut von Jagdansätzen, Mäuselöchern und einer Spur abrufen lässt, war eine Schleppleine noch nicht nötig. Mir ist wichtig, dass ich sie immer so weit im Blick habe, dass sie gar nicht erst in den Genuss einer Hetzjagd kommt.

 

Neue Situationen, andere Hunde, andere Menschen machen Scarlet hektisch. Sie möchte am liebsten jedem Menschen wedelnd bis ins Gesicht springen bloß nicht ansprechen und runter beugen" muss ich warnend sagen, sonst ist die dicke Lippe sicher. Vorsichtige Begrüßung ist für Scarlet ein Fremdwort. In ihrer Hektik fällt es ihr dann auch sehr schwer, von mir gesetzte Grenzen ein zu halten. Wir arbeiten dran ;-).

 

Scarlet verbellt jetzt fremde Hunde und Menschen, die unerwartet in Grundstücksnähe auftauchen. Ich bin gespannt wie sie sich in der Zukunft noch zeigen wird. Denn prinzipiell ist sie jedem Menschen freundlich gesonnen doch mir würde gefallen, wenn sie später auch bereit wäre unser Rudel, wenn nötig, zu schützen.

 

Jetzt vergrößert sich auch Scarlets Radius um mich bzw. das Rudel herum und sie entdeckt immer wieder neue, interessante Dinge. Vorgestern marschierte sie wiederholt den, fast ganz zugewachsenen, Bachlauf hinauf und hinunter (wo sie vorher keine Pfote in das Wasser setzten wollte). Sie macht uns viel Freude mit ihrer frechen, freundlichen und aktionreichen Art (sie springt übrigens aus dem Stand bis in Gesichtshöhe)!

 

Nervig ist weiterhin, dass sie gerne Kommentare" abgibt zu allem, was ihr nicht gefällt und auch zu allem, was ihr gefällt oder auch mal, wenn sie nicht gleich versteht, was ich meine oder wenn sie genau versteht was ich meine und anderer Meinung ist,…usw. ;-) . Außerdem ist sie wirklich sehr frech eine Ratte eben denn wenn sie ihr Gegenüber eingeschätzt hat, dann gibt es kein Halten mehr (so wird unsere ältere Hündin als Kauknochen missbraucht  Scarlet weiß genau, dass ihre große Schwester" harmlos ist  Abwehrschnappen der Hündin führt nur dazu, dass Scarlet eine große Runde in voller Geschwindigkeit um sie herum dreht um sie dann von der anderen Seite rüpelhaft an zu springen).

 

Noch immer passt die Welpenbeschreibung von Doris sehr gut, wie ich finde: beharrlich und selbstständig, weiß was sie will.

 

SCARLET's Entwicklung

Text von Katharina im August 2014

 

Es fällt mir noch wirklich schwer, Scarlet mit Worten gerecht zu werden, aber hier mal eine ungefähre Beschreibung unserer süßen, kleinen Hexe:
 
Scarlet (wird mittlerweile auch Scully und Ratte/Råtta (schwed.) gerufen und angesprochen) 

eine tolle Herausforderung!

Sie lebt mit meinem Mann, unserem Sohn, mir, unserer 8-jährigen Bordercollie Hündin und zwei Kaninchen in einem Dorf in Hessen, direkt an Feld, Wald und Wiese. Als ich von Doris erfuhr, wie sich die kleine red-merle Hündin charakterlich entwickelt, war ich froh zu hören, dass sie genau in mein/unser "Beuteschema" passte : sie weiß was sie will und geht beharrlich ihren Zielen nach – diese  Beschreibung trifft sehr gut auf sie zu! Weist man sie z. B. zurecht, wenn sie an einem hoch springt, springt sie direkt wieder, und wieder, und wieder, und wieder,…. ;-).

Es gibt drei Sachen, die sie ganz unbedingt lernen muss und die wir ausdiskutieren mussten oder müssen:

  • Nein, heißt tatsächlich Nein (wobei sie super sozialisiert ist und eine hundegerechte Ansage auch als diese versteht und dieser Punkt schon gut klappt aber daran habe ich ab der ersten Sekunde so gut gearbeitet wie ich konnte),
  • wenn Ruhe gefordert ist, muss man auch Ruhe geben (nachts dreht sie immer wieder richtig auf und macht ordentlich Aktion) und
  • Kläffen und Fiepen bringt Einen dem Ziel nicht näher.

Scarlet liebt Menschen  dem Tierarzt, der sie impfte wäre sie am liebsten in die Arme gesprungen. Fremden Situationen und Hunden begegnet sie ohne Angst, aber wenn nötig auch mit gesundem Respekt. Mit unserer Bordercolliehündin spielt sie ausgiebig und wird dabei sehr frech (sie hängt sich sogar an deren Rute um sie aus zu bremsen). Sie hat großes Glück, dass unsere ältere Hündin so nett ist und Vieles mitmacht.

 

Scarlet lernt sehr schnell. Als sie bei uns einzog reagierte sie bereits auf ihren Namen und war stubenrein. Anstrengend ist, dass sie alles lautstark kommentiert, was sie will und was sie nicht will.

Spaß macht uns jeden Tag

  • ihre wilde Art zu spielen,
  • ihre Verrücktheit (z. B. vertrauensvoll in die Arme angeflogen zu kommen, wenn man sie ruft oder sich einen Platz im Kinderwagen aus zu suchen und durch die Gegend kutschieren zu lassen),
  • ihre ungebremst gute Laune,
  • ihre Frechheit (sie kann so gut vorwärts robben um einer Sache "heimlich" bzw. mit sehr viel Charme näher zu kommen, als sie soll) und
  • ihre gute Konzentrationsfähigkeit im Kontakt mit uns (sie reagiert wunderbar auf Lob und Ansprache, sucht Blickkontakt und ist auf den Punkt auch ansprechbar  sogar aus wildem Spiel ist sie abrufbar).

Ich bin gespannt wie sie sich weiterentwickeln wird.

 

 

SCARLET's Fotoalbum