JOY im Alter von 3,5 Jahren

Text von René im November 2017

 

Seit 2 Wochen leben ich und meine Hunde Joy, Sam und Chiva bei meiner neuen Freundin Sandra auf einem Bauernhof mit 24 Kühen, 10 Rindern und 10 Kälbern in Gossau im Kanton St. Gallen in der Schweiz.

 

Den Sommer diesen Jahres und auch den Sommer 2016 arbeitete ich mit einem jungen Buben und meinen Hunden auf der Alp Prünella im Kanton Graubünden in der Schweiz. Wir hatten die Verantwortung für 126 Rinder, 55 Mutterkühe, 5 Pferde, 4 Schweine und 8 Hühner zu sorgen. Neu im heurigen vierbeinigen Team auf der Alp waren meine junge Border Collie Hündin Chiva und der Jack Russel Mischling Neve, der meiner Freundin gehört.

 

Joy ist nun 3,5 Jahre alt und man merkt ihr an, dass sie jetzt so richtig erwachsen geworden ist. Sie ist eine sehr freundliche, selbstbewusste und liebe Hündin, die auf der Alp bei ihrer Arbeit am Vieh von Jahr zu Jahr besser wurde und wird. Sie ist für mich eine unentbehrliche Arbeitskraft auf der Weide und im Stall und macht ihren Job verlässlich und gut. Sie hat zwar noch immer ihren eigenen Kopf in bestimmten Situationen und versucht ihr Ding durchzuziehen, aber ich kann sie gut ausbremsen.

 

Joy ist eine Hündin voller Power, ist unermüdlich bei ihrer Arbeit, zeigt niemals Schwäche und würde für mich durch's Feuer gehen. Andererseits ist sie sehr feinfühlig, achtet genau auf mich und wartet aufmerksam auf meine Anweisungen. Ich kann sie weit von mir wegschicken, sie ist immer mit einem Ohr bei mir und wartet auf das nächste Kommando. Super zuverlässiger Hund, der auch gute Wachhundqualitäten besitzt und verlässlich meldet.

 

Schnee liebt Joy über alles und wird zu einem richtigen Wirbelwind, wenn die ersten Schneeflocken fallen. Die Alp Prünella liegt auf einer Seehöhe von 2217 m und hier kommt es nicht selten vor, dass es mal schneit. Bevor der Almabtrieb im September ansteht sind die Gipfel und Hänge bereits leicht mit Schnee bedeckt.

 

Auch ist Joy eine richtige Wasserratte und schwimmt für ihr Leben gern. Sie liest gerne Fährten und findet immer etwas auf der Alp, sei es Knochen oder tote Tiere. Ihr Jagdtrieb ist ausgeprägt und wenn man nicht aufpasst, läuft sie schon einmal Kaninchen und Murmeltieren hinterher. Im Haus und wenn nichts zu tun ist, ist sie total unauffällig, entspannt und ruhig.

 

Was sie nicht wirklich mag, sind andere Hündinnen in ihrem Revier. Anfangs kommt sie mit ihnen gar nicht klar und da heißt es für mich aufpassen, damit es nicht zu Streitigkeiten kommt. Sobald sie diese aber öfter sieht, taut sie auf und es gibt keine Spannungen mehr. 

 

Joy ist für mich eine unentbehrliche Arbeitskraft auf der Alp geworden, sie ist mein Ein und Alles und ich könnte mir ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen. 

 

JOY im Alter von 1,5 Jahren

Text von René im September 2015

 

Seit Juni diesen Jahres arbeiten meine Freundin Sonja und ich gemeinsam mit unseren Hunden Joy und Sam auf der Flimserstein Alp in der Schweiz. Unser Job ist die Betreuung und das Melken von 178 Kühen und 87 Kälbern, die ein 760 ha großes Weidegebiet zur Verfügung haben.

 

Joy und Sam sind unser Ein und Alles und wir könnten es uns nicht mehr vorstellen ohne die beiden Hunde zu sein. Joy ist eine sehr hübsche, ausgeglichene und selbstbewusste Hündin, die bei der Almarbeit und im täglichen Leben immer dabei ist. Sie lernt irrsinnig schnell, setzt auch gerne einmal ihren eigenen Dickkopf durch und dann kommt es schon einmal vor, dass sie ihre eigenen Entscheidungen trifft und unsere Kommandos nicht mehr hören will.

 

Im Umgang mit den Kühen auf der Alm zeigt sie sich gut, überzeugt durch viel Talent, hat keine Anzeichen von Angst und saust schon mal richtig in die Herde hinein. Wir führen sie deshalb noch zur Sicherheit beim Treiben der Kühe an einer 10 m langen Schleppleine und festigen somit die jederzeitige Abrufbarkeit am Vieh. Wenn Joy älter ist, mehr Routine bekommt und ihr Trieb in die richtigen Bahnen gelenkt wird, sind wir uns sehr sicher, dass sie ein zuverlässiger Helfer bei den täglichen Arbeiten an den Rindern wird.

 

Unsere Joy ist ein kleines Schlitzohr, charakterlich ein sehr starker Hund und man muss irrsinnig konsequent mit ihr sein. Sie lernt und reagiert sehr schnell, oft zu schnell gerade in Bezug auf die Arbeit mit den Kühen und ich muss sie deshalb immer wieder einbremsen und ihr klar machen, dass Ruhe angesagt ist.

 

Ganz besonders schmackhaft und lecker findet sie Obst, egal ob Bananen, Äpfel, Birnen oder Trauben – sie mag eigentlich fast jede Frucht. Eine besondere Leidenschaft von Joy ist das Traktorfahren – als Beifahrerin versteht sich ;-). Eine wahrhaft waschechte Bäuerin!

 

Joy ist ein super freundlicher und lieber Hund und kuschelt total gerne. Fremde Hündinnen findet sie zu Beginn nicht ganz so toll und es braucht einige Zeit, um mit diesen „warm“ zu werden. Sobald sie aber diese öfter sieht und ausgiebig kennengelernt hat, taut sie auf und spielt und tobt ausgiebig mit der anderen Hündin. Bereits im Juni diesen Jahres war Joy zum zweiten Mal läufig. Sie war auch die erste Hündin im Wurf von Anny & Joker, die bereits mit 6 Monaten zum ersten Mal in die Hitze kam.

 

Es ist nicht schwer Joy etwas Neues beizubringen, da sie sehr schnell lernt und das Gelernte auch schnell umsetzt. Trotzdem versucht sie oft gerne ihren eigenen Kopf durchzusetzen, steuert gerne dagegen und probiert ihr eigenes Ding durchzuziehen. Joy hat einen ausgeprägten Jagdtrieb und wenn ich sie nicht sofort stoppe und den richtigen Moment verpasse, schaltet sie auf Durchzug und versucht ihrem Trieb freien Lauf zu lassen. Ganz besonders interessant findet sie zur Zeit auf der Alm die unzähligen Murmeltiere, die schon „habt acht“ stehen, wenn Joy in ihrer Nähe unterwegs ist. Um sie nicht unkontrolliert jagen zu lassen, nehmen wir sie immer wieder an die Schleppleine.

 

Seit Joy ein halbes Jahr alt geworden ist und auch schon im vergangen Jahr bei Sandra Zilch an den Schafen ausgetestet wurde, trainieren wir mit ihr regelmäßig bei einem Border Collie Trainer das Hüten an Schafen. Seither haben wir mit ihr alle zwei Wochen vor Beginn der diesjährigen Alpzeit an den Schafen gearbeitet und sie macht sehr gute Fortschritte, ist immer voll dabei, sehr schnell und wendig und gut zu kontrollieren. Leider spielen wir bis jetzt bei den Kühen auf der Alm noch nicht ganz so perfekt zusammen, aber das kommt auch noch.

 

Wir sind sehr froh, Joy bei uns zu haben und können uns ein Leben ohne unsere beiden Hunde nicht mehr vorstellen.

 

JOY im Alter von 6 Monaten

Text von René im November 2014

 

Seit Anfang Oktober ist die Arbeit mit den Kühen auf der schweizer Alm in der Samnauner Bergwelt zu Ende und ich bin gemeinsam mit meiner Freundin und den beiden Hunden Sam und Joy wieder im trauten Heim auf unserem Bauernhof in Schluderns. Joy hat den Umzug von der Schweiz nach Südtirol sehr locker genommen und fühlt sich überall wohl, Hauptsache sie ist bei ihren Menschen.

 

Joy ist sehr aufmerksam, neugierig, spitzbübisch und besonders anhänglich. Sie verträgt es gar nicht alleine zu bleiben und sobald sie nach einigen Minuten merkt, dass niemand mehr da ist, fängt sie umgehend zu winseln an. Sie ist eine sehr freundliche und nette Hündin gegenüber Menschen und anderen Hunden, weiß aber auch was sie will.

 

Fremde Menschen werden überschwänglich begrüßt und sie liebt es an den Händen und Füßen der Leute ausgiebig, aber sehr vorsichtig, zu knabbern. Joy ist sehr verlässlich und gehorsam und sobald ich sie rufe, kommt sie immer sofort zu mir. Wenn ich mit ihr unterwegs bin ist sie stets an meiner Seite und entfernt sich maximal fünf Meter. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass sie ja noch sehr jung ist und dementsprechend auch noch viel Training braucht.

 

Joy und ich waren schon gemeinsam am Berg um unsere Schafe ins Tal zu treiben und sie ist mit Vollgas dabei und kann kaum genug davon bekommen. Auch haben wir schon eine Trainingseinheit bei meinem Bekannten, der selbst Border Collies hat und Hütetrainer ist, absolviert. Sie zeigt bei der Arbeit an den Schafen sehr viel Interesse und ist irrsinnig gehorsam.

 

Alles, aber auch alles was Joy zwischen ihre Zähne bekommt, wird in Windeseile in seine Einzelteile zerlegt und umgehend kaputt gemacht – diesbezüglich ist sie ein richtiger Schlingel ;-).

 

Beim Fressen ist Joy keineswegs heikel, da sie allerlei Obst und Gemüse richtig gerne mag. Ihre persönlichen Favoriten sind Bananen und die Früchte des Kakibaums. Joy’s Leidenschaft ist das Verstecken von Futter – bekommt sie von uns einen Knochen und vergeht ihr nach einiger Zeit die Lust am Nagen, fängt sie an ein Versteck für diesen zu suchen. Zu ihrer Verwunderung ist es aber immer Sam, der ihren Geheimvorrat aufstöbert und ihr den Leckerbissen vor der Nase weg frisst.

 

Joy bellt recht gerne, aber niemals ohne Grund und meiner Ansicht nach zeigt sie sehr gute Ansätze ein verlässlicher Wachhund zu werden, der gegebenenfalls auch sein Rudel verteidigt. Jogger mag sie gar nicht und fängt an sie zu hüten bzw. auch in deren Beine zu zwicken. Gerade wenn Jogger unterwegs sind, leine ich sie daher vorsichtshalber immer an.

 

Joy und Sam verstanden sich von Anfang an prächtig und sind gemeinsam ein Herz und eine Seele. Die beiden Hunde sind unser ein und alles! Besonders genießen wir die Momente, in denen wir alle vier gemeinsam auf dem Sofa sitzen und mit unseren Hunden ausgiebig kuscheln und chillen.

 

JOY's Entwicklung

Text von René im Juli 2014

 

Joy lebt gemeinsam mit mir und meinem Border-Mix Rüden Sam in den Sommermonaten bis September auf der "Alp Bella" auf 2400 Höhenmeter in der Bergwelt von Samnaun in der Schweiz. Gemeinsam mit drei weiteren Personen und einem jungen Border-Mix Rüden kümmern wir uns auf der Alm um das Eintreiben der 89 Kühe, das Melken, das Umzäunen der Weiden, die Instandhaltung der Gerätschaften und alles was sonst noch so anfällt.

 

Ich selbst komme aus Schluderns in Südtirol und bewohne dort in den Wintermonaten einen kleinen Bauernhof mit meiner Freundin, 33 Ziegen, 6 Schafen, der Katze Peaces und natürlich meinen Hunden Sam und Joy. In den Wintermonaten werden wir alle wieder vereint am Hof sein und uns um unsere Tiere kümmern.

 

Joy ist sehr menschenbezogen, irrsinnig nett, herzlich, aufgeschlossen und lieb. Mit anderen Hunden hat sie überhaupt kein Problem, spielt und tobt mit ihnen. Sam hat sie vom ersten Augenblick an akzeptiert, sich um sie gekümmert, mit ihr gespielt und Joy bereitet uns viel Freude und Spaß.

 

Fremde Wanderer oder Besucher verbellt sie zuerst, ist dann aber sofort wieder lieb und freundlich. Ich achte aber von Anfang an darauf, dass sie jederzeit abrufbar ist und sich nicht zu sehr hochschaukelt. Falls Joy genug Trieb, Talent und Trainierbarkeit zeigt, werde ich sie gemeinsam mit einem Bekannten, der selber vier Hunde hat und auch Hütetrainer ist, zu einem Hütehund am Vieh ausbilden.

 

Zu fressen bekommt Joy vorrangig Trockenfutter, ab und an auch frisches Obst und Gemüse, Pansen und Gelenksknochen. Mehr haben wir bis jetzt noch nicht ausprobieren können. In der Nacht schläft Joy gemeinsam mit Sam in meinem Zimmer in der Almhütte. Um vier Uhr in der Früh stehen wir alle gemeinsam auf, um die Kühe von der Weide in den Stall zum Melken zu treiben. Während der circa dreistündigen Stallarbeit, die zweimal am Tag stattfindet, sind Joy und Sam gemeinsam mit mir im Stall.

 

Meine Hunde sind immer bei mir und ich nehme sie überall hin mit. In seltenen Ausnahmefällen, gerade wenn die Arbeiten länger andauern und es für Joy zu anstrengend wäre, bringe ich sie zu Monja und Aussiehündin Luna ins Tal nach Samnaun, die sich liebevoll um meine Kleine kümmern. Monja hat mir sehr geholfen Joy zu bekommen, steht mir jederzeit mit Rat und Tat zur Seite und hat Joy schon richtig ins Herz geschlossen.

 

Joy ist – genau wie Sam – mein ein und alles und um nichts in der Welt würde ich sie wieder hergeben.

 

 

JOY's Fotoalbum