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Rassebeschreibung Waldschaf

 

Das Waldschaf ist ein kleines bis mittelgroßes, meist weißes Schaf. Es kommen aber auch schwarze, graue, braune oder fallweise gescheckte Tiere vor. An den unbewollten Stellen, besonders am Kopf, treten bei den weißen Schafen oft dunkle Pigmentflecken auf. Der Kopf mit bewollter Stirn ist meist gerade, bei den Widdern gerade bis leicht geramst. Die Tiere tragen ihre kleinen Ohren beinahe waagrecht abstehend (keine Schlappohren). Beide Geschlechter können sowohl behornt als auch unbehornt sein. Waldschafe sind feingliedrig und haben einen langen, bewollten Schwanz. Es wird ausdrücklich Wert darauf gelegt, die große Variabilität im Exterieur, die durch die verschiedenen Urpopulationen (Schläge) bedingt ist, zu erhalten (das typische Waldschaf ist ein untypisches!).

 

Charakteristisch für viele alte Rassen und auch für das Waldschaf ist die Mischwolle. Sie besteht aus dem groben Kurzhaar (Kemp), dem Lang- oder Grannenhaar (Heterotype) und den sehr feinen Wollfasern (Wool fibres), die den Hauptanteil bilden. Im Unterschied zu anderen alten Rassen (z.B. Steinschaf, Tiroler Steinschaf, Brillenschaf oder Krainer Steinschaf) weisen die vom Zaupelschaf abstammenden Waldschafe in ihrer Mischwolle einen relativ hohen Anteil an Wollfasern auf.

 

Waldschafe haben einen asaisonalen Brunstzyklus mit Schwerpunkt der Geburten im Winter. Sie lammen meist dreimal in zwei Jahren, zum Teil auch zweimal im Jahr. Die Fruchtbarkeit beträgt circa 180 Prozent.

 

Ausgewachsene Widder wiegen ungefähr 55 - 80 kg und die Mutterschafe etwa 35 - 60 kg. Die Tiere sind besonders leichtfuttrig und zeichnen sich durch Robustheit, Wetterhärte, Leichtlammigkeit und Krankheitsunanfälligkeit aus. Die Muttereigenschaften sind sehr gut, sodass die Aufzuchtrate beachtlich hoch ist.

 

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet reicht vom Waldviertel über das Mühlviertel, den Böhmerwald bis zum Bayerischen Wald. Ehemals waren sie auch in den voralpinen Regionen Bayerns beheimatet.


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Generhaltunsprogramm Waldschaf

  

Die Waldschafe verfügen über eine Vielzahl von meist nicht oder nur schwer quantifizierbaren Leistungsmerkmalen, die es zu erhalten gilt. Dabei handelt es sich besonders um Qualitäten wie:

* Anspruchslosigkeit und beste Grundfutterverwertung
* Eignung zur Landschafts- und Biotoppflege

* Asaisonalität

* Leichtlammigkeit
* sehr gute Muttereigenschaften (hohe Aufzuchtrate)
* hohe Lebensfruchtbarkeit
* Fleischqualität 
* Krankheits- und Parasitenunanfälligkeit
* unempfindliche Klauen
* unempfindliche Euter
* Witterungsunempfindlichkeit
* Pigmentierung der unbewollten Körperteile
* Fellfarben (weiß, gescheckt, schwarz)
* Wollqualität (Mischwollle!) 

 

Das Programm zur Erhaltung der genetischen Vielfalt der Schafrasse Waldschaf (auch Zaupelschaf, Böhmerwaldschaf, Bayernwaldschaf, Bavarian Forest Sheep, Sumavska-ovce) hat zum Ziel, die gesamte noch vorhandene genetische Breite innerhalb der Rasse nach Möglichkeit als lebende Genreserve für die Zukunft zu erhalten. Tiere mit Erbfehlern sowie nicht rassetypische Tiere oder solche mit eindeutig schlechter Veranlagung sind von der Zucht auszuschließen.  

 

Waldschafe eignen sich somit hervorragend für die Grünlandpflege, die extensive und die biologische Kleinlandwirtschaft in den "benachteiligten" Gebieten der Mittelgebirgsregionen mit rauem Klima. Hierbei bietet sich die Waldschafhaltung als Alternative für die nicht mit großem maschinellen Einsatz bewirtschaftbaren kleinstrukturierten und meist im Nebenerwerb geführten Landwirtschaften an.

 

 

 

Weitere Informationen zum Generhaltungsprojekt Waldschaf unter waldschaf.at.